Jul292010

Trauerrede für einen Blog…

Irgendwann in irgendeinem Garten kam irgendwer zusammen und wollte irgendwas erreichen… Zu unkonkret? Na gut – werde ich halt ein bisschen genauer: zu fünft saßen wir letztes Jahr bei Mary auf der Terrasse und haben überlegt, was man an netten, interessanten, humorvollen, aufrüttelnden, revolutionären Aktionen starten könnte, um die UN-Behindertenrechtskonvention ein ganz kleines bisschen mehr in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses zu bewegen. Wir hatten alle ein bisschen zu wenig Blut im Alkohol und daher gab es sehr skurrile Ideen, die alle nicht umgesetzt wurden: bis auf eine einzige: dieser Blog. Dann entwickelte sich wie von selbst das Projekt „Roll-Mob“… Na ja – das Resultat ist offensichtlich – von der fünften Person wurde ohnehin nie etwas bekannt und der Rest hat oftmals mit den restlichen Nebensächlichkeiten des Lebens genügend zu tun… Und so vereinsamte, verödete und schließlich verstarb dieser Blog. Und daher nun die versprochene Trauerrede:

Verehrte Trauergemeinde, liebe Angehörige, werte Zaungäste von der Presse,

wir stehen hier voller Himbeergeist vor dem Sarg des Poppen-is-nich-Blogs, der am vergangenen Sonntag einem freundlichen Feuer zum Opfer fiel.

Gerade erst, vor 3 Stunden, haben wir von Tausenden anderen vernachlässigten Blogs erschüttert Abschied genommen; nun müssen wir es schon wieder – so lästig das für mich als Funktionsträger mit vollgestopftem Terminkalender auch ist.

Und doch darf unser Gedenken niemals, auch beim 20sten Male nicht, zur makabren Betroffenheitsshow werden. Denn der Tod ist für jene, die er ereilt, stets eine einmalige Erfahrung – und für die Hinterbliebenen eine dauerhafte Quelle seltsamer Erinnerungen.

So fragen Sie, liebe Zaungäste, sich vielleicht: Hatte das Sterben dieses Blogs irgendeinen strategischen Sinn? Hätten wir die Betreiber lieber etwas Ordentliches lernen lassen sollen? Wir sollten uns die Antwort auf diese Fragen besser verkneifen.

Denn es ist Ihnen womöglich kein Trost, wenn ich sage: Ein organisiertes Blog-Massaker, oder was Sie umgangssprachlich gerade dafür halten, ist kein Kindergeburtstag, sondern eine verteufelt gefährliche Sache. Trösten mag Sie hier und heute jedoch folgendes: Sie sind mit Ihrer Trauer nicht allein – weitere werden folgen.

Dabei spielt seit jeher auch das Schicksal eine große Rolle. Manchmal entscheiden neun Millimeter über Leben und Tod, manchmal fehlt einfach ein Quäntchen Glück, und manchmal kommt auch noch Pech hinzu.

Aber ich kann Ihnen allen, auch im Namen unserer Partner in der Internetindustrie, versichern: Ohne den heldenhaften Einsatz unserer weltweiten Bloggergemeinde wäre das Web 2.0 völlig leer stehend.

Als Mit-Betreiber trage ich für diese ganzen verzwickten Dinge selbstverständlich irgendeine Verantwortung, weshalb ich Sie herzlichst um zwei zugedrückte Augen bitten möchte. Und glauben Sie mir eines: Als Mensch mit einem frischen Fleck im Lebenslauf geht mir das ebenfalls alles am Arsch vorbei.

Daher nun noch etwas extrem peinlich Persönliches: Meine wöchentliche Skatrunde fragte mich angesichts meiner Niedergeschlagenheit gestern, ob unser erfolgloser Blog-Einsatz nicht letztlich haarsträubender Unfug sei. Ich habe die Frage nicht politisch, sondern einfach mit „Ach!“ beantwortet.

Ruhe also in Frieden, Poppen-is-nich, und sei in Gottes Segen. Wir werden Dich in spätestens drei Tagen vergessen haben.

Jul292010

Die besten Beerdigungen der Welt

Die besten Beerdigungen der Welt von Ulf Nilsson – ein Bilderbuch

Ester, Putte und »ich« gründen an einem langweiligen Tag ein Beerdigungsinstitut. Für alle toten Tiere, die sonst keiner beachtet, wollen sie die besten Beerdigungen der Welt ausrichten! Mit einer toten Hummel fängt alles an. Ester will sie begraben. Auf einer Lichtung, zu der nur der geheime Pfad der Kinder führt. Ester ist fürs Schaufeln zuständig, »ich« für ein Gedicht am Grab und der kleine Putte soll dazu weinen. Aber e i n e Beerdigung ist natürlich nicht genug. Jetzt werden noch mehr tote Tiere gebraucht. Ester greift zum Telefon …

 

Erwin, Mary, Peter und ich gründeten an einem langweiligen Tag, zwar kein Beerdigungsinstitut, aber dafür „unseren“ Blog: „poppen-is-nich“. Auch wir wollten Themen, welche sonst keine Beachtung finden, Aufmerksamkeit schenken. Und das haben wir jetzt auch eine Zeitlang mit Spaß und Elan getan. Nun aber beginnt eine andere Phase und deshalb werden wir poppen-is-nich zu Grabe tragen. Auf einer Lichtung, welche nur die Blogbetreiber kennen, wird dies genau um 00.11 Uhr passieren. Mary schaufelt, Peter weint, Erwin trägt den Sarg und Erna lässt ihn fallen. Da es im Netz viele Blogleichen gibt, möchten wir all diejenigen, denen unsere Zeremonie gefällt anregen sich anzuschließen.

Wir bitten von Kränzen und Blumengestecken abzusehen, wir nehmen grundsätzlich nur Bares.

Jun212010

Das etwas andere Horoskop – Krebs

Schnipp-schnapp!
Oh nein, nein, nein! Sie haben das Geräusch falsch gedeutet.
Da ist eine Politikergattin am Werk. Es wird gerade auf der Einweihung eines neuen Behinderten-Heimes fröhlich eine Kordel durchgeschnitten. Nun wird auf Zustrom gewartet.

Heim? Klingt erstmal nett für einen Krebs.
Heim, heimelig, heimlich… Hier kann man Freunde treffen, Gleichdenkende. Wie schön!
Eine Insel, ein Paradies! Geschützt und verborgen, fernab vom fordernden Alltag und bösen Attacken. Zusammen essen und feiern. In sanfter Brise plauschen, träumen, auf dem Wasser schaukeln. Risiko ist was für die anderen.
Konfrontationen sind unschön und schaden dem zarten Krebsfleisch.

RUMMS! Da fliegt die Tür ohne Ankündigung auf! Ein neuer Pfleger kommt. Heut wird nicht lange rumgefackelt. Ab auf den Duschstuhl und zwischengelagert auf dem Klo. Dann schnell unter die Dusche, es warten noch 4 andere. Der Plan muss eingehalten werden.
Zu kalt! Zu heiß? Wen kümmerts.
Nicht gut! Gar nicht gut für das zarte Krebsfleisch….
Zeit fürs Bett jetzt, aber keine Zeit fürs Pinkeln. Was, noch einen Happs essen!? Was glaubst du, wo du bist? Im Luxushotel?
Ich muss vielleicht kooperativer werden, mich noch ein bisschen mehr zurücknehmen, sinniert der Krebs. Dann werden sie mich loben und vielleicht sogar lieben.
Zwischen Opferhaltung und Zen-Einstellung schaukelt der Krebs dahin.

Natürlich weiß er ganz genau, was der jeweilige Pfleger gerne hört und braucht und hat sein diesbezügliches Repertoire schon zum Einsatz gebracht. Aber ist es sinnvoll, seine intuitiven Fähigkeiten so zu verschleudern? Nur um sich beim Duschen nicht mehr wie ein Auto in der Waschanlage, bei dem auch der Unterboden gereinigt wird, fühlen zu müssen?
Bis der nächste neue Pfleger, Betreuerin etc. eingestellt wird? Wieder einmal wirst du zulassen, dass man weit über deine Grenzen latscht.
Armer sensibler Krebs, du zitterst ja. Nein, du klapperst richtig! Bis in die Spitzen deiner……..
Scheren!!!
Du hast ja Scheren! Hast du das nun auch endlich bemerkt?
Damit kann man ordentlich Rabatz machen:
klappern, herbeiwinken, aufmerksam machen. Zwicken wo s weh tut und Fesseln durchschneiden.

Und wann immer von jetzt an Kordeln bei Einweihungen von Heimen in heiterer Gesellschaft durchschnitten werden sollen, bist du mit vor Ort.
Mit vielen anderen Winkerkrebsen schneidest du simultan mit und zwar Löcher in rote Teppiche. Lautsprecherkabel müssen dran glauben, genauso wie alte Zöpfe.
Jetzt ist nichts mehr, was abhängig macht, vor deinen Scheren sicher.
Heim und Herd war gestern!
Durchtrennen und Aufbruch ist heute!

Jun202010

Big-Brother auf dem Klo

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Frank Zappa auf dem Klo (nicht in Rottach-Egern)

Da sitzt man auf einem alltäglichem Donnerbalken in einem Planschbad im berühmten Rottach-Egern (irgendwo am Tegernsee und das ist irgendwo in Bayern), sinniert vor sich hin, schaut sich mal wieder die interessant angebrachten Notruf-Knöpfchen oder –Leinen an und starrt dann unvermittelt in ein Big-Brother-Auge. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: die Kamera ist nicht schamhaft auf den Boden der öffentlichen Schwerbehindertentoilette gerichtet, sie glotzt auch nicht in Richtung Waschbecken, sondern sie beobachtet mich direkt auf dem stillen Örtchen! Mir fällt spontan Frank Zappa ein, der irgendwann mal freiwillig mit solch einem Foto für Furore sorgte und mir fällt schlagartig ein, dass wir seitdem enorme Fortschritte gemacht haben – in diesem Augenblick werde ich wahrscheinlich per Live-Stream direkt zu Youtube übertragen, per Twitter macht man auf mich weltweit aufmerksam und ich kann von Glück sagen, wenn man das Ganze nicht automatisch mit meinem Facebook-Profil verlinkt und auf Google-Earth einträgt :-)

Irgendwie fühlen sich meine Persönlichkeitsrechte verletzt (obwohl ich „nur“ eine behinderte Person bin und eigentlich daran gewöhnt sein müsste) und ich suche wenigstens nach entsprechenden Warnhinweisen – nichts zu finden – die Überwachung ist weder im noch am noch vor der Toilette in irgendeiner Form angekündigt…

Eigentlich wollte ich es von der lustigen Seite nehmen, doch irgendwie will mir das nicht gelingen – also schreibe ich drei E-Mails: An die Touristen-Info, an das Rathaus von Rottach-Egern und an den Bürgermeister, Herrn Franz Hafner und bitte höflich um Erklärung. Und es geschah, wie es immer geschieht (und das nicht erst seit der UN-Behindertenrechtskonvention): nämlich nichts. Nachdem zwei Wochen verstrichen waren, fuhr ich nochmals nach Rottach-Egern – in der Hoffnung, man hätte die Kamera einfach entfernt und mich anschließend nur vergessen darüber zu informieren…

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Links oben in der Ecke hängt der "Big Brother"

Aber die Hoffnung starb dieses Mal zuerst – die Kamera hing immer noch brav in ihrer Ecke und starrte das Klo unverwandt an! Doch plötzlich passierte etwas, dass schon fast magisch oder mystisch war und sonst nur in Hollywood-Filmen vorkommt (und dort nur mithilfe aufwendiger Specialeffects): die Überwachungskamera sah unvermittelt die Unnötigkeit ihrer Existenz ein, löste sich spontan selbständig aus ihrer Verankerung und fiel vor meinem Rollstuhl zu Boden! Der werte Leser kann sich meine Überraschung vorstellen! Doch was sollte ich nun machen? Es war Sonntag, das Rathaus geschlossen, die Touristen-Info ebenso. Sollte ich die Kamera dort einfach liegenlassen? Oder sie als gewissenhafter Bürger sicherstellen, damit niemand sie aus Versehen beschädigen oder gar entwenden würde?

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Nochmal Frank Zappa

Wer mich kennt, weiß, was ich gemacht habe – wer mich nicht kennt, kann ja seine Fantasie anstrengen :-D Aber ich könnte natürlich auch noch mal Herrn Zappa fotografisch zitieren…

Jun062010

Verdammte Hinhaltetaktik…

Das kennt wirklich jeder: man ruft irgendwo an, um etwas zu reklamieren, man ist unbequem, die andere Seite ist überfordert – und was passiert: die Warteschleife! Und selbst die hat irgendwann keine Geduld mehr, schaltet sich ab und es kommt nur noch ein leises tut-tut-tut aus der sanft rauschenden Telefonleitung.

Genau das passiert mir/uns auch gerade, was die UN-Behindertenrechtskonvention angeht – leeres Gerausche und Warteschleife. Und der Text dazu liest sich dann so:

„Ihre Meinung ist gefragt!

Hier können Sie uns Ihre Visionen zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention mitteilen.

Die Bundesregierung setzt das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, das in Deutschland seit Ende März 2009 verbindlich ist, mit einem eigenen Aktionsplan um. Der Aktionsplan ist eines der wichtigsten behindertenpolitischen Vorhaben der Bundesregierung in dieser Legislaturperiode. Mit der Umsetzung des Übereinkommens bekommt die Politik für Menschen mit Behinderungen auch in Deutschland einen neuen Schub. Der Aktionsplan wird das Leitbild einer inklusiven Gesellschaft umsetzen helfen. In Zusammenarbeit mit Verbänden behinderter Menschen wurden in einem ersten Schritt 12 Handlungsfelder identifiziert.

In einem nächsten Schritt sollen zusammen mit allen gesellschaftlichen Gruppen die Visionen, Leitgedanken und Ziele des Aktionsplans entwickelt werden. Die Umfrage bietet Ihnen die Möglichkeit, sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen und Ihre konkreten Visionen und Leitgedanken zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention für einzelne Handlungsfelder zu verfassen.“

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Ich bin sehr gespannt, ob die freidenkend genug sind, um meine „Vision“ dort zu veröffentlichen, oder ob man dazu auch zu faul und zu träge ist (sorry, Angie, war nicht persönlich gemeint ;-) ):

Meine Vision ist eine ganz einfache: Wäre es nicht fantastisch, wenn man die UN-Behindertenrechtskonventionen ebenso schnell und effektiv umsetzen würde, wie die Abwrackhilfe für die Automobil-Industrie, die Griechenland-Hilfe und die Banken-Hilfe? Die UN-Behindertenkonvention ist ratifiziert und zumindest theoretisch rechtskräftig! Anstatt ein paar Richter, Juristen und Politiker mit der Umsetzung zu beauftragen, wird nach irgendwelchen „Visionen“ gefragt. Die UN-Behindertenrechtskonvention ist die VISION! Es wird überall in Deutschland ständig dagegen verstoßen und neue Maßnahmen werden ersonnen, die neue Zuwiderhandlungen darstellen und währenddessen sitzt man in einer unendlichen Warteschleife und wird zur Beruhigung nach „Visionen“ gefragt!

Daher hätte ich dann vielleicht doch noch eine zusätzliche „Vision“: endlich wirklich für voll genommen zu werden, ohne dass unendliche Spielchen mit einem getrieben werden und die Politik dermaßen auf Zeit spielt, dass währenddessen sogar der ein oder andere Dinosaurier ausgestorben wäre.

Nachtrag vom 07. Juli 2010: Meine Vision wurde (selbstverständlich) nicht freigeschaltet, daher habe ich an die zuständige Redaktion des Ministeriums geschrieben und um Erklärung gebeten. Wer mag wetten, ob es eine vernünftige Antwort-eMail geben wird? :-(

Und noch ein Nachtrag vom 07. Juli 2010 (ein bisschen später): Nö, eine Antwort gab es nicht, aber plötzlich war es meine “Vision” doch wert veröffentlicht zu werden. :-)

Jun032010

Mit der Hand sprechen

Was wisst ihr über Gebärdensprache und Gehörlosenkultur?
Auf folgender Seite könnt ihr euch mittels 30 Fragen testen. Viel Spaß!
http://www.testedich.de/quizerstellungneu/dasquiztd.php3?testid=992009817

Jun012010

Deutsche Politik und die UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (Teil 4)

In diesem Teil spricht als letzter Redner Markus Kurth (B90/GRÜNE). Er bringt den Sachverhalt auf den Punkt. Viel Gerede um die UN Konvention, aber Taten lassen immer noch auf sich warten. Im Gegenteil – in Bayern gibt es Bemühungen Menschen mit Behinderung mit einem hohen Assistenzbedarf wieder einzukasernieren. Darauf werde ich in einem anderen Teil genauer eingehen.

Mai302010

Deutsche Politik und die UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (Teil 3)

Gabriele Molitor, behindertenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion hat immerhin auf Ihrer Internetseite eine Rubrik „Behindertenpolitik“. Auf dieser erfährt man immerhin, dass am 19. Mai 2010, also einen Tag vor der Aussprache über die UN Konvention im Plenum des Deutschen Bundestages, eine Besuchergruppe der gemeinnützigen Werkstätten Köln GmbH bei ihr zu Gast in Berlin war. Und rechtzeitig zum europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ist eine Verlautbarung veröffentlicht worden.

„Behinderung darf nicht länger als Beeinträchtigung verstanden werden. Wir Liberalen wollen, dass jeder Einzelne gleichberechtigt und selbst bestimmt in einer Wertegemeinschaft leben kann. Menschen mit Behinderung sollen selbstverständlich mitten in der Gesellschaft leben und sich zugehörig fühlen.“

Umso mehr Enttäuschung hinterlässt Frau Molitor in ihrer Rede am 20. Mai im Plenum. Ihre Rede lässt leider auch konkrete Vorhaben vermissen. In dem folgenden Video kann sich der Leser dieses Blogs ein Bild machen.

Mai282010

Deutsche Politik und die UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (Teil 2)

Als nächste Rednerin ist im folgenden Video die Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU Maria Michalk aus Bautzen zu sehen. Auf ihrer Internetseite ist über das Thema Behinderung nichts zu finden. Selbst die Bemerkung, es sei jetzt ja besser für Menschen mit Behinderung, als in der früheren DDR, erscheint merkwürdig. In ihrem Lebenslauf gibt es nämlich keinerlei Berührungspunkte mit Heimen oder anderen Einrichtungen der früheren DDR.

In ihrer Rede spricht sie von Betreuung, allein dies ist schon entlarvend. Und „wir werden nicht alles auf einmal machen“, soll die Meinung der CDU/CSU-Fraktion und der Bundesregierung widerspiegeln. Na Prost Mahlzeit!

Ich möchte nicht alles vorwegnehmen und empfehle dieses Video, trotz seiner qualvollen Länge (gute 12 Minuten) anzuschauen. Ein besseres Beispiel für unser deutsches „Expertentum“ aus Politik ist wahrscheinlich auch woanders aufzutreiben. Deswegen bleibt es erst recht unsere alleinige Kampfparole: Nichts ohne uns über uns!


Mai262010

Deutsche Politik und die UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (Teil 1)

Seit März 2009 ist sie nun in Kraft in Deutschland, die Behindertenrechtskonvention! Leider ist es wieder einmal ganz anders. Die Lebensrealität deutscher Politiker ist leider eine andere, als die, die wir erleben müssen. Immer noch werden Menschen mit Behinderung in Heime abgeschoben und ihrer Selbstbestimmung beraubt.

Und wie ernst diese Dinge, die Würde und die Menschenrechte von Menschen mit Behinderung genommen werden, wird eine mehrteilige Reihe in diesem Blog zeigen. Am 20. Mai 2010 fand in der 43. Sitzung des Deutschen Bundestages eine Aussprache des Plenums über die Umsetzung der UN Konventionen statt. Grundlage dieser Aussprache ist ein Antrag der Linken und ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen. In folgendem Video ist der erste Redebeitrag, gehalten von Dr. Ilja Seifert, Abgeordneter Die Linke, zu sehen. Besonders ermutigend ist die erfrischende Teilnahme der Mitglieder des hohen Hauses.